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„Strelitzie“

Titel: „Strelitzie“
Jahr: 2017
Maße: 30 cm x 24 cm
Material: Stoffmalfarbe, Vierfachgarn auf feinem Leinen
Technik: Stoffmalfarbe, Vierfachgarn auf feinem Leinen

Zu Zeiten der Gründung der Flora war die Strelitzie noch eine exotische Rarität, heute ist das anders.

 
Strelitzien hat es sicherlich auch in den Schaugewächshäusern gegeben, die zurzeit neu gebaut werden. Ich freue mich auf ihre Fertigstellung.

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„Rose“

Titel: „Rose“
Jahr: 2017
Maße: 30 cm x 24 cm
Material: Stoffmalfarbe, Vierfachgarn auf feinem Leinen
Technik: graphische Schwarzstickerei

Rosen sehe ich am liebsten am Strauch, nicht in der Vase, oder eben so: gestickt.

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„Tulpen“

Titel: „Tulpen“
Jahr: 2017
Maße: 30 cm x 24 cm
Material: Stoffmalfarbe, Vierfachgarn auf feinem Leinen
Technik: graphische Schwarzstickerei

Die letzte Darstellung aus der Serie der Blüten und Blumen, die in diesem Jahr für die Ausstellung in der Flora in Köln entstanden ist, zeigt einen schlichten Strauß frischer, roter Tulpen. Sie erinnern mich immer an meine zeitweilige holländische Heimat.

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„Ups, da sind ja Leute!“

Titel: „Ups, da sind ja Leute!“
Jahr: 2017
Maße: 30 cm x 24 cm
Material: Stoffmalfarbe, Vierfachgarn auf feinem Leinen
Technik: graphische Schwarzstickerei

Wer ist beim Anblick eines Eichhörnchens nicht freudig überrascht und bleibt still stehen – wie das Eichhörnchen?

12. Station:   Jesus stirbt am Kreuz.

Ein Kreuzweg

Titel: Ein Kreuzweg
Jahr: 2016
Maße: 14 Tafeln, je 29,7 cm x 21,0 cm (A4)
Material: etwa 80 Jahre altes handgewebtes, ungarisches Leinen, schwarzes Vierfachgarn
Technik: graphische Schwarzstickerei

Auch im Jahr 2016 erzählte ich in meinen Arbeiten wieder Geschichten, die es zu entdecken und zu lesen gilt. Diesmal ist es eine der ältesten Geschichten der Menschheit, unter dem Titel „EIN KREUZWEG“ vom 4. bis 24. März 2016 zu sehen bei Schmitt Paramente, Köln.

 

In meinen Arbeiten erzähle ich Geschichten, die es zu entdecken und zu lesen gilt. In meiner diesjährigen Ausstellung ist es eine der wohl ältesten Geschichten der Menschheit: der Kreuzweg.

Die Tradition der Kreuzwege fand ihren Ursprung bereits im Jerusalem der Antike. Damals hielt man jedoch nur an zwei Stationen inne, am Haus des Pilatus und auf dem Hügel mit Namen „Golgatha“. Über die Pilger, die das Heilige Land besuchten, kam die Tradition im Laufe der Zeit auch nach Europa. Seit dem Mittelalter sind Kreuzwege auch im deutschen Sprachraum bekannt, aber erst seit dem Barock kennt man ihn mit den heute bekannten 14 Stationen.

Vor allem in schwierigen Zeiten, etwa nach Kriegen, haben sich Künstler mit diesem Thema auseinandergesetzt, u. a. so berühmte wie Joseph von Führich, der „Vater“ des sog. Nazarener-Stils, aber auch Musiker wie zum Beispiel Franz Liszt mit seiner Komposition „Via crucis“. Schon seit einer geraumen Zeit hat auch mich dieses Thema beschäftigt und nach den traurigen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit reifte im vorigen Jahr der Wunsch, das nun umzusetzen.

Als Stickgrund habe ich altes handgewebtes, ungarisches Leinen gewählt. Es ist gebleicht und weist neben dem typischen Mittelknick eine Vielzahl von Falten auf, die nicht zu entfernen sind, weil die Fasern aufgrund ihres Alters an dieser Stelle gebrochen sind. Diese vermeintlichen Fehler habe ich mir jedoch zunutze gemacht und in die Gestaltung mit einbezogen. Nach einer Farbgebung im Aquarell-Verfahren erinnert das Leinen so an die Gewänder der damaligen Zeit. Diese Färbetechnik erlaubte mir außerdem eine gezielte Einfärbung, z. B. bei der 12. Station: „Jesus stirbt am Kreuz.“ Dazu steht in der Bibel sinngemäß: „…und der Himmel verdunkelte sich“. Und auch an anderen Stellen ist diese Technik gezielt eingesetzt.

Die gewählte Sticktechnik, die grafische Schwarzstickerei, hat eine zwar reduzierte, aber nicht minder ausdrucksstarke Bildsprache. Bei ihr wird im Gegensatz zu der traditionellen Schwarzstickerei nicht in kleinen Mustern, sondern in einfachen, grafischen Linien gestickt. Außerdem erlaubt diese Technik eine größtmögliche Abstraktion und eröffnet damit dem Zuschauer die Möglichkeit der weitgehenden persönlichen Interpretation. Das war mir bei einem solchen Thema besonders wichtig.

Ein weiteres Gestaltungsmerkmal sind die vermeintlichen Missverhältnisse in der Größendarstellung u. a. des Kopfes und der Hände. Damit wird die geistige Ohnmacht ausgedrückt, z. B. als in Station I Pilatus das Urteil spricht, eine – zumindest vorerst – geistige Gewalt gegen Jesus. Ähnlich ist es in Station X, als er seiner Kleider beraubt wird, oder in Station XI, als er ans Kreuz genagelt wird. Die körperliche Gewalt, die er nun erfahren muss, ist z. B. in der größer dargestellten, geballten Faust seines Peinigers zu erkennen. Dieser Gewalt kann er sich nun nicht mehr entziehen, er kann ihr nicht mehr entfliehen. In dieser und der nächsten Tafel fehlt daher bewusst die Darstellung der Füße.

Ähnlich ist der jeweils gewählte Bildausschnitt zu beurteilen: Eine so persönliche, ja fast intime Darstellung wie die Begegnung mit seiner Mutter tritt in den diskreten Hintergrund, während die Hilfe von Simon von Cyrene näher in den Blick des Zuschauers gerückt wird und den Rahmen fast sprengt.

In all diesen Gestaltungselementen sehe ich jedoch nicht nur eine Darstellung der damaligen Handlung, sondern auch einen für mich deutlichen aktuellen Bezug. Als einzige Person in der ganzen Geschichte ist Veronika mit einem Gesicht dargestellt. Ihre Hilfe hat damit einen Namen erhalten und wird so in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Das spannt den Bogen zur aktuellen Situation, der vielfältigen, ebenfalls meist namenlosen Hilfe, ohne die die aktuelle Flüchtlingssituation wohl bei Weitem nicht zu bewältigen wäre.

1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt.
1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt.
2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.
3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.
4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter.
4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter.
5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.
5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.
6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.
6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.
7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen.
8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen.
9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.
9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.
10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt.
10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt.
11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt.
11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt.
12. Station: Jesus stirbt am Kreuz.
12. Station: Jesus stirbt am Kreuz.
13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.
13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.
14. Station: Der Leichnam Jesu‘ wird in das Grab gelegt.
14. Station: Der Leichnam Jesu‘ wird in das Grab gelegt.

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„Gundi“

Titel: „Gundi“verschenkt
Jahr: 2016
Maße: 30 cm x 21 cm
Material: altes handgewebtes, ungarisches Leinen, Vierfach-Stickgarn
Technik: grafische Schwarzstickerei

Gestatten: Gundi, der kleine Hund von Herrn Thomas Schmitt. Im Hause Paramente Schmitt durfte ich in 2016 meine Ausstellung zum Thema „EIN KREUZWEG“ präsentieren. Und dieses Bild von Gundi ist ein kleines Dankeschön dafür …

 

Als ich vor ungefähr zwei Jahren anlässlich einer damaligen Ausstellung zum ersten Mal im Hause Paramenten Schmitt war, lief mir dieser kleine Hund zwischen den Füßen herum und ich habe mich sofort in ihn verliebt. Was lag da näher, als diesen Vierbeiner auf meine Art zu „verewigen“? Also habe ich mir unter einem Vorwand ein Foto besorgt und mich an die Arbeit gemacht… Als Stickgrund habe ich dasselbe Leinen wie für den ausgestellten Kreuzweg benutzt, allerdings natürlich ungefärbt. Und auch das Format ist dasselbe wie die 14 Tafeln des Kreuzwegs.

Mein besonderes Augenmerk lag darauf, das Liebevolle im Gesicht des Hundes, in seinem Blick, rüberzubringen. Und ob mir das gelungen ist, möge der Betrachter anhand des folgenden Fotos selbst beurteilen.

2 x Gundi und der stolze Besitzer (Foto David Valles Fernandez)
2 x Gundi und der stolze Besitzer
(Foto David Valles Fernandez)

Am Abend der Eröffnung der Ausstellung am 4. März 2016 wurde das Bild überreicht und ich glaube, die Überraschung ist mir gelungen.

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VLUU L100, M100  / Samsung L100, M100

„Eine Maus?“

Titel: „Eine Maus?“
Jahr: 2013
Maße: 20 cm x 20 cm
Material: Seidenleinen, französisches Nähmaschinen-Stickgarn
Technik: graphische Schwarzstickerei

Ja, das ist eine Dom-Maus! Nach Auskunft gut informierter Kreise lebt eine ganze Reihe dieser Spezies im Dom.

 

Die Maus, mein Wappentier, begleitet mich seit vielen Jahren und taucht immer wieder in meinen Arbeiten auf, mal gestickt, mal auf Stoff gedruckt, aber auch mal verbal als Wort. Meistens ist sie irgendwo versteckt.

Diese Maus findet sich sozusagen als Logo, als Profilbild und sonst wo. Das war meine erste Stickerei in graphischer Schwarzstickerei, inspiriert durch eine Zeichnung, die ich irgendwo sah.

Seitdem lässt mich diese Art der Stickerei und überhaupt der Schwarzstickerei nicht mehr los.

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VLUU L100, M100  / Samsung L100, M100

„Highway to Hell“

Titel: „Highway to Hell“
Jahr: 2013
Maße: 46 cm x 35 cm
Material: Leinen, Baumwolltwist, 2-fädig verarbeitet
Technik: Kreuzstich

Wer sagt denn, dass Kreuzstich von gestern ist?

Nach einem Rock-Konzert in der KölnArena kam mir die Idee zu diesem Titel.

 

Bei dieser Kreuzsticharbeit handelt es sich um 400 Farbflächen in 20 Reihen hoch und 20 Kästchen quer. In der Mitte verläuft eine Diagonale von rechts unten in schwarz nach links oben in weiß, dazwischen liegen alle Farben des Farbenkreises. Oberhalb davon laufen die Farben ins Helle, unterhalb ins Dunkle aus. Es gibt Linien, die hinauf- oder hinunter streben, Riegel, die sie halten und Intervalle, die wie eine Echternacher Springprozession anmuten.

Das alles ist durch die möglichen Garnfarben bedingt und damit auch begrenzt. Dabei habe ich im Laufe meines Lebens durchaus einige Farben als Reste von Arbeiten aufgehoben, gesammelt, geschenkt bekommen, richtig geerbt, auf dem Flohmarkt eingekauft … Und es sind bei weitem nicht nur die bekannten Marken Anchor und DMC. Es finden sich u. a. Garnmarken, deren Namen ich nicht einmal lesen kann, weil sie in kyrillisch geschrieben ist, geschweige dann, dass ich wüsste, wo sie herstammen. Trotzdem hat dieser riesige Bestand an Garnfarben nicht ausgereicht, um dieses kleine Feuerwerk an Farben zu erzeugen. Erfindungsreichtum war gefragt. Also habe ich in Fällen, wo zwischen zwei Farben die dritte, nach beiden Seiten in Bezug stehende Farbe fehlte, diese dadurch erzeugt, dass ich von den beiden Farben rechts und links oder oben und unten je einen Faden genommen und so eine Mischfarbe, eine Melange, kreiert habe. So sind sehr harmonische Übergänge entstanden.

An anderen Stellen waren andere Kunstgriffe nötig. Wer einmal einen Blick in eine Farbkarte für Sticktwist warf, hat diese Kombinationen von fünf, sechs, sieben aufeinanderfolgenden Farben vor Augen, überaus harmonisch, sehr schön. Aber vor oder hinter der Farbenfolge: ein großes Loch. Auch da gibt es Abhilfe: die allseits bekannte Echternacher Springprozession, drei Schritte vorwärts, einer zurück. Soll heißen, ich habe zwei oder sogar drei dieser Farbfolgen gemischt und in die entsprechende auf- oder ablaufende Reihenfolge gebracht. Auch diese Technik lässt sich – wie die Melange – genau nachvollziehen.

Noch eine kurze Erklärung zu den Feldern selbst. Normalerweise bestehen sie aus sechs mal sechs Kreuzen über jeweils zwei Gewebefäden, aber eben nur normalerweise. Um die Fläche aufzulockern, bin ich manchmal davon abgewichen und habe z. B. über drei mal drei oder über zwei mal vier Fäden gestickt. Das hat der Arbeit zusätzliche Dynamik verliehen.

Und dann noch die Maus, ja, die Maus. Auch sie ist natürlich vorhanden, gut versteckt. Sie ist bis jetzt sogar von interessierten Betrachtern nur selten gefunden worden …

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„line dance“

Titel: „line dance“
Jahr: 2010
Maße: 292 cm x 23 cm
Material: desolates Leinen, verschiedenste Stopfgarne
Technik: vorwiegend Plattstich

Beim line dance, einem amerikanischen Volkstanz, tanzen alle Tänzer nebeneinander in einer langen Reihe, große, kleine, dicke und dünne. Und manchmal tanzt auch einer aus der Reihe …

 

Wie ich zu den Stopfgarnen gekommen bin, habe ich bei der Arbeit „Mosaik“ (siehe unten) schon beschrieben. Das war eine eigene, kuriose Geschichte, die man da gerne noch nachlesen kann.

Damals hat mich das unendliche Farbenspektrum der Stopfgarne überrascht und fasziniert. Die Anzahl der verstickten Farben habe ich nicht einmal gezählt. Mir war nur klar, dass ein Stopfgarn nicht auf ein neues Leinen gehört, da einfach nicht hin passt. Meine Freundin, die mir das rote Stopfgarn gegeben hatte, hielt auch dafür das Passende bereit: ein Stück altes Leinen, mit Löchern und Rissen und einem fast völlig ausgefallenen, ehemals handgestickten Monogramm. Das war genau das Richtige für mich.

Der „Lappen“ wurde senkrecht in drei Teile geteilt und aneinander gefügt, auf den Rahmen gespannt und dann habe ich gestickt, gestickt, gestickt. An manchen Tagen konnte ich kein Ende finden. Nach ungefähr einem halben Jahr war ich endlich fertig, gerade rechtzeitig, um mich mit einem Foto u. a. von dieser Arbeit zur Aufnahme bei der renommierten Royal School of Needlework in London zu bewerben. Das Gespräch mit dem damaligen Leiter der Schule, James Hunting, dauerte zwei Stunden, die wie im Flug vergingen. Er war schlicht weg begeistert und ich glücklich.

Ein halbes Jahr später habe ich meine Ausbildung begonnen. Und der Rest ist Geschichte.

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„Der Hohe Dom zu Cöllen“

Titel: „Der Hohe Dom zu Cöllen“
Jahr: 2015
Maße: 50 cm x 32 cm
Material: altes Leinen, französisches Nähmaschinen-Stickgarn
Technik: graphische Schwarzstickerei

nach einer Architekturzeichnung nach Sulpiz Boissereé (1783 – 1854)

Er hat mit seinem unermüdlichen Engagement maßgeblich zur Fertigstellung des Doms beigetragen.

 

Während meiner Zeit bei der Royal School of Needlework in London erlernte ich natürlich auch das sog. „blackwork“.

Ein beliebtes Motiv für blackwork sind Architekturzeichnungen. Was lag da für mich näher als mein geliebter Dom? Aber leider schien er dafür nicht so recht geeignet. Diese vielen kleinen Muster, aus denen die Schwarzstickerei normalerweise besteht und die auch unbedingt verlangt wurden, ließen sich nicht in dieser Kleinteiligkeit, Ziseliertheit von Türmchen, Strebepfeilern, Maßwerkbögen, usw. unterbringen.

So musste das Projekt leider zurückgestellt werden. Aber in 2015 war es so weit: Endlich war er an der Reihe. Aber es wurde keine traditionelle, sondern eine graphische Schwarzstickerei. So ließen sich die charakteristischen Züge dieses einmaligen Bauwerkes trotzdem darstellen und umsetzen.

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